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Kommentar & Meinung

Nicht mit Ruhm bekleckert

Halberstädter Kreisverwaltung lädt Konstantin Wecker aus

Auf Druck von Nazi-Schergen aus der NPD hat die Halberstädter Kreisverwaltung ein Konzert des Liedermacher-Urgesteins Konstantin Wecker abgesagt.

Na, das passt ja wieder ins vorhandene Bild eines von Neo-Nazis durchsetzten Ostens: Da will ein bekannter und renommierter Künstler in einer ostdeutschen Stadt auftreten - man könnte sich über diesen kulturellen Glanzpunkt freuen; doch anstatt dessen versagt man es ihm, weil geistig-kulturelle Tiefflieger aus der NPD damit drohen, im Gegenzug "Auftritte nationaler Musikgruppen" in öffentlichen Gebäuden durchzusetzen und das missliebige Konzert von Konstantin Wecker zu stören. Und aus Angst vor solch tumber Machtdemonstration und in der Befürchtung, die Gerichte würden dem rechten Pack womöglich Recht geben, lassen die Behörden lieber das Konzert ausfallen. Vielleicht gibt es Gründe für solch ein Verhalten und vielleicht sind Teile der Justiz tatsächlich auf dem rechten Auge blind, aber mit etwas Zivilcourage hätte man dem rechten Pöbel Einhalt gebieten können. Einen Versuch wäre es zumindest wert gewesen...

Zum Glück hat Konstantin Wecker im Gegensatz zu den Behörden die nötige Courage und wird, laut "Mitteldeutscher Zeitung" vom 9. März 2006, in diesem Sommer ein Open-Air-Konzert in Halberstadt geben.

Wir hoffen jedenfalls inständig, dass Ihnen die Halberstädter Kreisverwaltung aus Feigheit vor dem Nazi-Pack nicht wieder Schwierigkeiten bereitet, Herr Wecker.

 

Peter Engert
   

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